Resonanzprozesse zwischen Werk und Biographie in Musikproduktion und -rezeption

München 1. – 3. November 2019

11. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse und Musik

in Kooperation mit der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
am Klinikum rechts der Isar der TU München

dem Psychoanalytischen Forum München (PFM)

und der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV)

 

 

Unterkunft

Hotel Splendid-Dollmann
Thierschstrasse 49
80538 München

https://splendid-dollmann.de

Abrufkontingent bis 11.Oktober 2019 mit dem Stichwort: "Symposion Psychoanalyse und Musik"

Weitere Unterkünfte in München finden Sie hier:

https://visit-muenchen-bayern.de/hotel-unterkuenfte-fuer-muenchen-bayern-buchen

 

Beschreibung der Workshops

Workshop 1
Antje Niebuhr & Uli Sobotta: „Musikalische Supervision“

Wir möchten uns beim 11. Symposion mit einem Workshop beteiligen, der die Resonanzphänomen zwischen Musik und psychischer Arbeit verdeutlicht und erfahrbar macht.
Der Musiker Uli Sobotta, der sich vor allem mit frei improvisierter Musik beschäftigt und die Psychoanalytikerin Antje Niebuhr haben bereits zahlreiche Erfahrungen mit „musikalischer Supervision“ gemacht. Wir wollen dieses Format in München gerne anbieten, d.h. einer Gruppe die Möglichkeit geben, die Resonanzphänomene, die sich auch als Transformationserlebnisse identifizieren lassen, miteinander zu gestalten und zu erleben. Der Workshop richtet sich vor Allem an klinisch praktizierende Therapeuten, die Interesse haben, ihr Fallmaterial, oder Träume von Patienten einzubringen und sie damit musikalisch supervidieren zu lassen, was zum Einen in der Resonanz des Musikers und seiner Transformation (der Improvisation) geschieht, aber darüber hinaus auch im Gruppenprozess weiterverarbeitet wird. Auch andere Interessierte sind herzlich eingeladen, in den Workshop zu kommen.
Homepage von Uli Sobotta: www.ulisobotta.de

 

Workshop 2
Ulrich Bahrke: Resonanzprozesse in der klinischen Praxis

„Resonanz“ wird gegenwärtig relativ unhinterfragt einseitig positiv gesehen. Sie wird dabei gleichgesetzt mit Empathie und Beziehung und als „Lösung“ gegenüber soziologischen Phänomenen wie Beschleunigung und Vereinzelung dargestellt (H. Rosa).
Gleichwohl wissen wir auch, wie notwendig „Resonanzdämpfer“ sein können, z.B. für Musikboxen oder um Brücken vor dem Einsturz zu schützen.
In diesem Klinischen Workshop sollen anhand von Vignetten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der klinischen Praxis „Resonanzphänomene“ erörtert werden: In welcher Situation waren „Schwingungen“ ein besonders hilfreiches Moment, wo gab es ein Zuviel oder Zuwenig davon, in angemessener oder unangemessener Form?
Die phänomenologischen Beschreibungen sollen verbunden werden mit unserem differenzierten psychoanalytischen Vokabular, wie projektive Identifizierung, konkordante und komplementäre Gegenübertragung, Gegenübertragungswiderstand usw. und sich mit dem Symposiumsthema verknüpfen.

 

Workshop 3
Anja Guck-Nigrelli: „
Stimmen hören“

In diesem erlebnisorientierten Workshop soll anhand des gemeinsamen Hörens verschiedener Interpretationen einer Arie aus dem gängigen Opernrepertoire auf Resonanzprozesse in der Musikrezeption eingegangen werden. Dabei werden die musikalische Gestaltung der Arie, die „Biographie“ der gesungenen Rolle und die Narration der Arie den Hintergrund geben, um sich einzuhören. In der Gruppe besteht die Gelegenheit, das jeweils eigene Hörerleben zu reflektieren. Werden die verschiedenen Interpretationen diverse Empfindungen anregen? Wird das wiederholte Hören zu einer Vertiefung führen oder neue Aspekte anregen? Kann es zum Erleben von Stimmigkeit und Evidenz kommen? Und inwieweit wird eigenes Biographisches in Schwingung versetzt? Schließlich soll der Workshop auch Anregung geben, die erlebte Vielfalt und Vertiefung möglicherweise auch auf das Hören der Stimme im therapeutischen Prozess zu übertragen.

 

Workshop 4
Amei Schneider:  „Kreative Wahrnehmungsprozesse“

Wahrnehmungsfokussierung – Hördifferenzierung -- Kreative Gestaltungsmodalität -- emotionsgesteuerter Innovationsprozess:                                                           
Marginalien zur Erkenntnis und Verständnis der interaktiven Realisation des Werkes „Transformation“ und der Interaktion seines Komponisten Professor Helmut W. Erdmann. In der aktuellen Musikproduktion werden den Interpreten durch Partituren zwischen Komponisten und Improvisation kreative Gestaltungsmöglichkeiten offeriert. Dieses erfordert ein intensives Vertiefen in den Entstehungswerdegang der Komposition. Dadurch lässt sich der Resonanzprozesszwischen Komponist und Werk in den musikalischen Interpretationsfacetten fortsetzen und diese in differenzierter Resonanzmit sich selbst, den Mitspielern und dem Publikum (den Hörern) verwirklichen.
Max. 16 TeilnehmerInnen

 

Workshop 5
Pietro Massa & Sebastian Leikert: „Alexander Skrjabin und das Mystische um die Jahrhundertwende - Workshop zum Vortrag von P. Massa“

Im Workshop werden Themen des Vortrags aufgenommen und vertieft. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, wie die spezifische Persönlichkeit Skrjabins, die zeitgeschichtlichen Themen und musikhistorische Entwicklungen im Werk zueinander finden. Im Zentrum wird zunächst die Frage stehen, was unter dem Begriff des Mystischen um die Jahrhundertwende verstanden wird und welchen psychoanalytischen Zugang man zu diesem Konzept finden kann. Dann wird die Frage im Vordergrund stehen, wie Skrjabin diese Momente musikalisch umsetzt.
Max. 16 TeilnehmerInnen